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Campingplus Blog

Wenn der Campingplatz zur Sauna wird -
Klimaanlagen für Freizeitfahrzeuge


Die Sonne brennt vom Himmel, der Campingplatz liegt idyllisch am See und irgendwo zirpen Grillen. Eigentlich klingt das nach einem perfekten Sommertag im Wohnmobil oder Wohnwagen. Doch während draußen die Badegäste ins Wasser springen, passiert im Inneren des Freizeitfahrzeugs etwas ganz anderes: Es verwandelt sich langsam aber sicher in eine rollende Sauna.
Selbst um Mitternacht  klettern die Temperaturen gefühlt noch Richtung tropische Werte. Fenster auf, Dachluke auf, Ventilator an – alles hilft nur bedingt. Um drei Uhr morgens wälzt man sich schweißgebadet im Bett und fragt sich ernsthaft, ob man vielleicht doch draußen auf der Campingliege schlafen sollte. Möglicherweise gibt es noch eine Mücke... aber das ist ein anderes Thema. Spätestens jetzt wird klar: Eine Klimaanlage wäre keine schlechte Idee gewesen.

Der Campingbereich bietet hier verschiedene Lösungen an. Je nach Fahrzeug, Budget und eigenem Komfortanspruch. Es gibt Splitklimaanlagen, Dachklimaanlagen und Staukastenklimaanlagen. Die Auswahl der Leistung erfolgt in der Regel nach der Größe des Raums der gekühlt werden muss.



Splitklimaanlage


Splitklimaanlagen bestehen aus zwei Komponenten: dem Kondensator und dem Verdampfer. Beide sind miteinander verbunden über einen Schlauch und werden über diesen in das geöffnete Fenster eingehängt. Es befindet sich somit eine Einheit (Verdampfer) im Fahrzeug, die andere Einheit (Kondensator) außen.

Vorteile:
Splitklimaanlagen werden nicht fest im Fahrzeug verbaut. Dadurch erreicht man höchste Flexibilität. Die Stromversorgung erfolgt über eine Schukosteckdose (230 V). Es müssen somit keine Kabel verlegt werden und die Anlage ist sofort betriebsbereit. Preisgünstige Variante zu den festverbauten Dach- und Staukastenklimaanlagen.

Nachteile:
Die Anlage muss während der Fahrt im Inneren des Fahrzeugs verstaut werden und nimmt dadurch Stauraum weg. Die Kühlleistung ist im Vergleich zu fest verbauten Klimaanlagen etwas geringer. Zudem muss das Fenster einen Spalt geöffnet bleiben.

Für Gelegenheitscamper oder ältere Fahrzeuge kann eine Splitlösung ein sehr attraktiver Einstieg in die Welt der mobilen Kühlung sein.

Dachklimaanlage


Dachklimaanlagen gehören zu den bekanntesten Lösungen für Wohnmobile und Wohnwagen. Sie werden direkt auf dem Fahrzeugdach montiert – häufig anstelle einer vorhandenen Dachluke. Sie haben eine stromlinienförmiges Gehäuse um möglichst wenig Luftwiderstand und Fahrgeräusche zu verursachen.

Vorteile:
Zumeist einfacher Einbau, da die Einbaumaße weitestgehend auf die gängigsten Dachluken (40 x 40 cm) abgestimmt sind. Es geht kein Stauraum verloren und es muss im Bodenbereich kein Loch für die Abluft geschaffen werden (was bei Staukastenklimaanalgen notwendig ist). Die Anlagen nutzen das physikalische Prinzip und die kalte Luft fällt nach unten, sie muss somit nicht im Fahrzeug verteilt werden und es entsteht kein Leistungsverlust.

Nachteile:
Dachklimaanlagen verändern die Fahrzeughöhe und heben den Schwerpunkt des Fahrzeugs an, wodurch sich das Fahrverhalten ändern kann. Zudem bedeutet der Einbau einer Dachklimaanlage meistens den Verlust eines Dachfensters. Die 230 Volt-Leitung muss zum Dachausschnitt verlegt werden.

Für viele Camper ist diese Variante dennoch die erste Wahl, da sie unkompliziert und zuverlässig funktioniert.

Staukastenklimaanlage


Staukastenklimaanlagen werden im unteren Bereich des Fahrzeugs installiert, zum Beispiel in einem Staufach oder unter einer Sitzbank. Von dort aus wird die kühle Luft über Luftkanäle im Innenraum verteilt.

Vorteile:
Die Montage erfolgt achsnah im Bodenbereich, wodurch die Dachfläche frei bleibt für Dachfenster, Solaranlage oder Statellitenschüssel. Der Schwerpunkt wird nach unten verlagert und das Fahrverhalten in der Regel nicht negativ beeinflusst. Die Luftverteilung kann flexibel gestaltet werden. Da auf wetterfeste Materialien verzichtet werden kann, sind die Anlagen sehr leicht und durch den Inneneinbau sehr leise.

Nachteile:
Montiert wird die Staukastenklimaanlage wie der Name schon sagt im Stauraum am Boden des Fahrzeugs (Staukasten, Sitzgruppe, Bettgruppe). Dadurch geht Stauraum verloren. Sofern individuelle Luftverteilung gewünscht wird, müssen Rohrleitungen durch die Möbel an weit auseinander liegenden Punkten verlegt werden, an denen die kalte Luft ausströmen kann. Dies erhöht den Aufwand beim Einbau und Kälteleistung kann verloren gehen.

Diese Lösung ist besonders beliebt bei größeren Wohnmobilen oder hochwertigen Ausbauten, bei denen Komfort und eine saubere Integration wichtig sind.

Weitere Punkte, die bei der Auswahl wichtig sind:


Stromversorgung
Viele Klimaanlagen benötigen 230 V Landstrom. Wer häufig autark steht, sollte prüfen, ob eine Kombination mit Generator, Batterie oder Solaranlage sinnvoll ist.

Lautstärke
Gerade nachts kann ein leises Gerät den Unterschied zwischen erholsamem Schlaf und weiterem Schwitzen machen.

Gewicht und Einbauort
Besonders bei kleineren Fahrzeugen sollte man das zusätzliche Gewicht und dessen Verteilung berücksichtigen.

Risiko
Auch mit Klimaanlage gilt nicht, je kälter desto besser. Am wohlsten fühlt man sich bei 18-24 Grad Raumtemperatur. Maximal sollte man jedoch nicht mehr als ca. 8 Grad unter die Außentemperatur kühlen. Denn zu hohe Temperaturunterschiede können gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen.

Fazit: Kühler Schlaf statt tropische Nächte

Wer einmal eine tropische Sommernacht im überhitzten Wohnmobil erlebt hat, weiß: Eine Klimaanlage kann der Unterschied zwischen „Abenteuerurlaub“ und „erholsamer Reise“ sein.

Ob günstige Splitklimaanlage, unkomplizierte Dachlösung oder komfortable Staukastenanlage - für fast jedes Fahrzeug und jedes Budget gibt es eine passende Möglichkeit. Und beim nächsten heißen Sommertag auf dem Campingplatz kann man dann entspannt einschlafen, während draußen die Grillen zirpen und im Fahrzeug angenehme Temperaturen herrschen.